Besuch vom Bürgermeister

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"Raum und Zeit zum Lernen"

Besuch vom Bürgermeister

Der Bürgermeister Dr. Bert Honsel und der Vorsitzende des Schulausschusses Horst-Wilhelm Bruhn folgten der Einladung der Schulleiterin der Sekundarschule Rahden Margarete Kaiser gern und besuchten gemeinsam am 21.6.2018 die Schule. Es gab für die Gäste viel zu sehen, zu erfahren, zu erfragen und zu erkunden. Die Sekundarschule Rahden besteht erst seit 4 Jahre und durch das eigene Erleben kann man sich in dieser relativ neuen Schulform einen besonderen und umfassenderen Einblick verschaffen.  Sie hat wie jede Schule ihre eigenen Besonderheiten, ihr eigenes Profil.         
Um überhaupt einen kurzen Überblick und Einblick gewinnen zu können, wurde im Vorfeld ein 2stündiges Besuchsprogramm abgesprochen, und zwar in folgender Reihenfolge:
  1. Schnupperunterricht in verschiedenen Lerngruppen
  2. „Let`s dance“ und „Chillen und spielen“ in der Mittagspause im Schulgarten
  3. Gesprächsrunden mit Schülerinnen und Schülern, der erweiterten Schulleitung und Vertretern des Kollegiums und abschließend mit Elternvertretern aus der Schulpflegschaft

Das zentralste und wichtigste Thema in einer Schule ist und bleibt der Unterricht. Also schauten die beiden Gäste in einige Klassenzimmer und Fachräume. Zunächst ging es in die Klasse 5c. Diese Klasse ist keine besondere Klasse, denn sie ist wie jede Klasse eine Klasse mit Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Lernständen, d.h. mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen. Sie hat nur einige Besonderheiten, denn in dieser Klasse gibt es Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf im Bereich Sprache und Kommunikation, Sprache und Lernen. Das heißt, dass der Klassenraum einer besonderen Schallisolierung bedarf. Im Unterrichtsgespräch wird mit zwei Mikrofonen gearbeitet. In den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik unterrichten und beraten zwei Lehrkräfte. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten auf unterschiedlichen Lernniveaus. Diese Arbeitsweise ist in den  Schülerinnen und Schülern vertraut, denn in den Lernzeiten wird ebenfalls auf verschiedenen Lernniveaus in unterschiedlichem Lerntempo mit unterschiedlichem Material gearbeitet, gerackert, geübt und ausprobiert. So auch in der Klasse 5c. Nach einer kurzen Begrüßung ging es gleich an die Arbeit, denn es galt die anstehende Klassenarbeit vorzubereiten. Bereits erworbenes Wissen wurde mit Hilfe einer Meldekette rekapituliert, wobei die Mikrofone wie selbstverständlich hin und her gereicht wurden. Schnell wusste jeder, welche Themen in der anstehenden Übungsphase zu bearbeiten waren. Und gleich ging es mit der Erarbeitung weiter. Jeder wusste, was zu tun war: Lernzeitaufgaben holen, notwendiges Material bereitstellen und mit der Arbeit beginnen. Unterstützt wurden die Kinder durch Lernplakate, differenziertes Material und durch zwei Lernbegleiter, nämlich durch die zwei Mathematiklehrer, Frau Schnepel und Herrn Bontas.

Der Erkundungsgang wurde fortgesetzt. Weiter ging es in den neu ausgestatteten multifunktionalen Raum der Naturwissenschaften. Hier fand Unterricht im Wahlpflichtbereich, dem vierten Hauptfach, statt. Bei einem Stationenlernen arbeiteten die Schülerinnen und Schüler zum Thema „Das Auge“ und die Gäste tauschten sich angeregt mit der Fachlehrerin Waltraud Weber aus.
 
Ein anderer WP-Kurs Jahrgang 7 legte im Technikraum mit Unterstützung von Burkhard Dönecke  letzte Hand an, denn in der Mittagspause sollten die 5 Jakkola-Spiele endlich im Garten zum Einsatz kommen. Bei den selbst hergestellten Spielen wurden die abschließenden Schmirgelarbeiten erledigt, die Spielflächen getestet und die Spiele auf ihre Einsatztauglichkeit erprobt. Natürlich konnten auch die Gäste ihr Können erproben und zur Freude der Schülerinnen und Schüler waren sie mit vollem Engagement bei der Sache.
Bei dem weiteren Rundgang wurden der Wahlpflichtunterricht Hauswirtschaft und der Unterricht in der Klasse 6a besucht. Beim Wahlpflichtunterricht Französisch wurde gerade ein Test geschrieben, also durfte nicht gestört werden.
 
Schnell war es 13.20 Uhr und die Mittagspause hatte begonnen. Also zu den Rockets, die im Forum auf die Präsentation ihrer Tanz- und Akrobatikvorführung warteten. Diese Gruppe trifft sich in einem Übermittagsangebot wöchentlich zweimal mit der Lehrerin Lyn Samson. Zu den fetzigen Rhythmen boten die jungen Damen aus den Klassen 5-7 eine tolle Vorführung mit fast schon spektakulären Körperpyramiden. Unsere Gäste waren sehr begeistert und zollten den Girls großen Applaus.
 
Noch ein kurzer Blick in den Schulgarten und dann ging es weiter zu den Gesprächsrunden. Im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern aus allen Jahrgangsstufen konnten die beiden Gäste einen guten Überblick über das Schulleben gewinnen. Anna Kettler (Jg. 5) berichtete über die Lernzeiten, d.h. über das Arbeiten auf verschiedenen Niveaus, über ihre Erfahrungen aus dem Ganztag: „Wenn ich nach Hause komme, habe ich fast alle meine Aufgaben erledigt. Das gefällt mir.“ Christoph Wenzel berichtete als Klassensprecher der Klasse 7d von der SV-Arbeit mit dem SV-Lehrer Herrn Bontas und sprach in diesem Zusammenhang auch das Thema Mensa an. Marie Ostermann und Christoph Henke (beide Jg. 8) informierten über ihre ersten Schritte und Erfahrungen im Bereich Berufswahlorientierung und kamen mit Herrn Bruhn, Lehrer des Berufskollegs Lübbecke, in regen Austausch über Chancen und Möglichkeiten in Ausbildungsberufen und über die Durchlässigkeit im Bildungssystem. Miran Ibrahim (7a) und Hassan Husein (7d) brachten sich ebenfalls engagiert in die Gesprächsrunde ein. Sie seien nun schon mehr als zwei Jahre in Deutschland. Anfangs sei es nicht einfach gewesen, aber mittlerweile hätten sie Freunde gefunden und in der Schule würden sie gute Fortschritte machen. Jan Luca Windhorst, Larissa Grützmacher und Marius Reinking informierten über weitere Themen und erzählten von Erfahrungen, so z.B. über das digitale Lernen im Unterricht. Power-Point, Excel, digitale Ordner mit differenzierten Aufgaben waren für sie fast schon Selbstverständlichkeiten.  Natürlich war das Gespräch mit dem Bürgermeister und dem Vorsitzenden des Schulausschusses für sie eine aufregende Angelegenheit und ein guter Grund, sich selbständig und intensiv vorzubereiten und sich einzubringen. Sie sind nämlich Expertinnen und Experten ihrer Sekundarschule, des Lernens und des guten Miteinanders.
 
Im Gespräch mit der erweiterten Schulleitung und Vertretern des Kollegiums wurden Schul- und Unterrichtsentwicklung, der Umgang mit Heterogenität und die Differenzierung im Unterricht durch
unterschiedliche Maßnahmen wie Lernzeiten, die Arbeit in Kleingruppen und Möglichkeiten der Doppelbesetzung thematisiert. Die Projekte zum Sozialen Lernen wurden erklärt. Und auch die
Lehrersituation im ländlichen Raum wurde diskutiert.  
Das Kollegium wünscht sich einen zügigen Ausbau bzw. Umbau unter besonderer Berücksichtigung dieser Schulform, unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler, der Lehrerinnen und Lehrer und aller am Schulleben beteiligten Personen des längeren gemeinsamen Lernens und Berücksichtigung der Erfordernisse einer gebundenen Ganztagsschule an drei langen Unterrichtstagen. Herr Kruke betonte: „Wir brauchen mehr Ruhe, d.h. heißt z.B. Schallisolierung im Gebäude, genügend Räume, weil die Sekundarschule eine Schule für Schülerinnen und Schüler aller Schulformempfehlungen ist und eine bunte Mischung für ihr erklärtes Ziel akzeptiert und
gewertschätzt haben möchte, Rückzugsmöglichkeiten im Ganztag, damit ein Schultag nicht anstrengender als der Arbeitstag eines Erwachsenen wird und gerade jüngere Schülerinnen und Schüler die nötigen Phasen der Ruhe und Erholung haben können.  Lehrerinnen und Lehrer arbeiten unter stark veränderten Bedingungen und müssen neue vielfältige Aufgaben und Herausforderungen meistern. Und das bunte Kollegium mit dem Willen zu viel Teamarbeit und Engagement kann das leisten.“ 
 
Im Gespräch mit Elternvertreten aus der Schulpflegschaft (Verena Krüger Jg. 5, 7, Halyna  Driediger 6, Svea Jäckel 7, Barbara Wenzel 7) berichteten Eltern von den positiven Erfahrungen und guten
Erlebnissen ihrer Kinder, bemängelten allerdings deutlich die Situation in der Mensa und fehlende Rückzugsmöglichkeiten und Ruhezonen besonders für die jüngeren Schülerinnen und Schüler.  Der Bürgermeister Dr. Bert Honsel und Horst-Wilhelm Bruhn nahmen die Worte der Eltern sehr deutlich wahr und ernst.
Die Schulleiterin Margarete Kaiser bedankte sich abschließend für den Besuch und das offene Ohr der beiden Gäste aus Verwaltung und Politik. Es sei wichtig, eine Schule vor Ort zu erleben, die
Schülerinnen und Schüler bei ihrer schulischen Arbeit zu sehen, sie zu hören und wertzuschätzen. Das gelte ebenso für die Lehrerinnen und Lehrer und die Eltern. Die Gäste konnten viele gute Einblicke in das Leben der Sekundarschule gewinnen und sind in einen
intensiven Austausch mit allen Beteiligten getreten. 
 
Schüler der 5d erklären Bürgermeister Dr. Honsel wie die Lernzeitstunden funktionieren.

Herr Bruhn beobachtet ein "Stationenlernen" im neuen NaWi-Raum.

 

Für die Jury steht fest: "Ihr bekommt 10 Punkte!"

 

Der Wahlpflichtkurs Technik (Jahrgang 7) zeigt den Besuchern Spiele, die sie für den Schulgarten gebaut haben. 

 

 

 

Die Schülerinnen erklären dem Besuch, dass Ernährungslehre und Berufsvorbereitung die wichtigsten Themen im Wahlpflichtkurs Hauswirtschaftslehre sind.

 

Schülervertreter berichten aus dem Schulleben.

 

Elternvertreter im Gespräch mit Bürgermeister Dr. Bert Honsel und dem Vorsitzenden des Schulausschusses Horst-Wilhelm Bruhn.